Gottesdienste von Oktober bis Dezember 2021

Jesus Christus spricht:
Kommt und seht!

Johannesevangelium, Kap. 1, Vers 39
Monatsspruch für den Januar 2022

Liebe Gemeinde und Freunde!

Das ist doch mal ein kurzer Monatsspruch! Die Geschichte dahinter ist auch schnell erzählt: Jesus beruft seine ersten Jünger. Genauer gesagt ist es Johannes, der Zeugnis gibt von Jesus: „Siehe, das ist Gottes Lamm!“
Auf dieses Zeugnis hin schließen sich zwei junge Männer Jesus an, - später erfahren wir zumindest von einem von ihnen den Namen: Andreas, der Bruder des Simon Petrus.
Als Jesus merkt, dass die beiden sich ihm anschließen wollen, fragt er sie: Was sucht ihr? (Gute Frage!) Und sie antworten: Rabbi, wo wirst du bleiben? (Im Text der letzten Lutherrevision hieß es: Rabbi, wo wohnst du?) Worauf der antwortet: Kommt und seht! Das tun sie, und bleiben „diesen Tag“ bei ihm.
Nun überschlagen sich die Dinge: Andreas, so erzählt Johannes, findet seinen Bruder Simon und spricht zu ihm: Wir haben den Messias gefunden. Und er führte ihn zu Jesus.
Also: Am Anfang stand des Zeugnis des Johannes, es folgt ein Kommen und Sehen und Bleiben. Und ein Erkennen: Er ist der Messias.  Man darf vermuten, dass an diesem Tag einiges passiert ist, was Johannes uns an dieser Stelle zunächst verschweigt.
Das Titelbild zeigt einen Mann, der auf einem Kamel reitet, das von einem anderen geführt wird. Männer mit Kamelen - das lässt uns natürlich sofort an die Weisen aus dem Morgenland denken, die ja auch in keiner Krippe fehlen dürfen. Die gekommen sind, um zu sehen - und anzubeten. Der Epiphaniastag erzählt von ihnen. Doch sie sind nicht die ersten, die
dem neugeborenen (Königs-)Kind ihre Aufwartung machen: Die Hirten waren schon vor ihnen da (jedenfalls in der Zusammenschau der Weihnachtsgeschichten von Lukas und Matthäus).
„Lasst uns nun gehen und die Geschichte sehen,  die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat.“ Manche Sachen kann man eben auch mit noch so vielen Worten nicht erklären. Man muss sie sehen, selbst erleben.
Das heißt: Ein Zeugnis unseres Glaubens kann ein hilfreicher (und manchmal wohl auch notwendiger) Anstoß sein. Also: Keine falsche Scheu! Manchmal reicht ja ein einfaches: Komm und sieh! Aber wir können niemandem den Glauben „anerklären“. Da brauchts dann schon das, dass einer sich selber drauf einlässt, - und sei es auch - wie Johannes sagt
- erst mal nur „für diesen Tag“. Also: Wenn mir jemand den Finger reicht, nehme ich nicht gleich die ganze Hand. Sondern habe - und gebe - die Freiheit, das Erlebte in Ruhe wirken zu lassen.
Auch die Weisen verschwinden ja wieder heim in ihr Land. Die Bibel verrät uns nicht, was sie mit dem angefangen haben, was sie im Stall von Bethlehem erlebt haben. Bei Andreas und Simon Petrus allerdings wissen wir es: Sie finden wir fortan im Jüngerkreis Jesu wieder. Sie stehen am Anfang einer Geschichte von Sehen und Glauben, die bis heute anhält.

Es grüßt Sie herzlich, Ihr Stefan Förster